Panikattacken verstehen

Eine Panikattacke kommt für viele Betroffene scheinbar aus dem Nichts. Plötzlich ist da ein intensives Gefühl von Angst bis Todesangst, Kontrollverlust oder innerer Bedrohung – begleitet von starken körperlichen Reaktionen.

Viele Menschen berichten, dass Sie während einer Panikattacke Gedanken hatten wie: 

  • „Ich bekomme keine Luft.“
  • „Ich verliere die Kontrolle.“
  • „Ich kippe gleich um.“
  • „Ich sterbe.“
  • „Mit meinem Körper stimmt etwas nicht.“

Auf dieser Seite erfahren Sie, was Panikattacken sind, wie und warum sie entstehen – und wie sie aus systemischer Sicht verstanden werden können.

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Angst verstehen und systemisch behandeln




Das Kampf oder Flucht – Programm

Was ist eine Panikattacke?

Eine Panikattacke ist eine plötzlich auftretende, sehr intensive Stressreaktion des Körpers und des Nervensystems. Dabei werden größere Mengen des Stresshormons Adrenalin ausgeschüttet, um den Körper auf lebensrettenden Kampf oder Flucht vorzubereiten.

Typisch ist:

  • ein schneller Beginn
  • eine starke körperliche Aktivierung und
  • ein ausgeprägtes Gefühl von Bedrohung

Auch wenn sich eine Panikattacke extrem beängstigend anfühlt, ist sie medizinisch in der Regel nicht gefährlich. Betroffen e nehmen die Situation jedoch häufig genau so wahr: als lebensbedrohlich.


Alarmstufe rot

Wie entstehen Panikattacken?

Panikattacken entstehen, wenn das Nervensystem plötzlich in einen Zustand höchster Alarmbereitschaft gerät.

Ausgelöst werden kann diese massive Stressreaktion durch

  • anhaltende Überforderung
  • ungelösten Stress
  • starke emotionale Spannungen
  • Situationen, die bewusst oder unbewusst als massiv bedrohlich bewertet werden.

Auch prägende Belastungserfahrungenaus der Vergangenheit können dazu beitragen, dass ein Nervensystem auf bestimmte Reize besonders schnell und massiv reagiert.

Manchmal kommen mehrere Einflüsse zusammen, sodass die persönlichen Bewältigungsressourcen vorübergehend nicht mehr ausreichen. Die Panikattacke ist dann Ausdruck eines Nervensystems, das versucht, auf eine wahrgenommene Bedrohung zu reagieren.

Dazu bedient sich der Körper u.a. der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin.

👉 Was bei Panikattacken genau im Körper passiert, lesen Sie hier:

Was bei Panik im Körper passiert


Autopilot auf Adrenalin

Typische Anzeichen einer Panikattacke

Eine Panikattacke kann sich sehr unterschiedlich zeigen. Häufig treten die folgenden Symptome auf, die alle auf die Wirkung von Stresshormonen – wie Adrenalin und Noradrenalin – zurückzuführen sind:

  • Herzrasen oder starkes Herzklopfen
  • Engegefühl in der Brust
  • Atemnot oder das Gefühl, nicht richtig durchatmen zu können
  • Zittern
  • Schwindel, Benommenheit
  • erschwertes Denken
  • Hitzewallungen oder Kälteschauer
  • Kribbeln in Händen oder Beinen
  • das Gefühl, „neben sich zu stehen“

Viele Betroffene erleben zusätzlich eine starke Angst vor Kontrollverlust, Ohnmacht oder sogar vor dem Sterben. Deswegen sind Panikattacken für Betroffene meist auch sehr unangenehm aber in der Regel nicht tatsächlich gefährlich. 

Tipp:
Bei Panikattacken hilft Bewegung. 
Das hilft das Adrenalin schneller abzubauen bzw. die in den Muskeln bereitgestellte Energie zu verbrauchen.

👉
Was bei Panikattacken sonst noch hilft, finden Sie auf der nächsten Unterseite: Der richtige Umgang mit Panikattacken.
(/angst-systemische-therapie/umgang-mit-panickattacken/)

👉 Was bei Panikattacken genau im Körper passiert, lesen Sie hier:
Was bei Panik im Körper passiert



Ein Teufelskreis

Die Angst vor der nächsten Panikattacke:
Die Angst vor der Angst

Viele Menschen berichten, dass nicht nur die Panikattacken selbst belastend sind, sondern vor allem die Angst davor, dass sie wieder auftreten könnten: Die Angst vor der Angst.

Wenn man einmal einen so überwältigen Angstzustand wie eine Panikattacke erlebt hat, ist es in gewisser Weise natürlich, dass sich in der Folge die Aufmerksamkeit oft stärker innen, also auf den eigenen Körper und seine Funktionen richtet.

Klientinnen und Klienten mir häufig, dass sie zu regelrechten „Kontrolettis“ dem eigenen Körper gegenüber geworden sind und ihr Innen regelmäßig checken:

  • „Schlägt mein Herz gerade normal?“
  • „Spüre ich irgendwelche Anzeichen von Schwindel?“
  • „Ist da ein Druck auf meiner Brust oder kann ich gut atmen?“

Durch dieses verstärkte In-sich-Hineinspüren entsteht leider eine dauerhafte Anspannung. Außerdem werden minimale Veränderungen im Körper so viel stärker und schneller wahrgenommen. Wenn die wahrgenommenen Veränderungen dann auch noch als bedrohlich bewertet werden – wozu Menschen unter erhöhter Anspannung dann meist neigen -, kann erneut Angst und Panik ausgelöst werden. 

So kann sich ein regelrechter Teufelskreis entwickeln: Die Angst vor einer erneuten Panik erhöht die Wachsamkeit gegenüber dem eigenen Körper, körperliche Veränderungen werden schneller wahrgenommen und als beunruhigend bewertet – und die Angst steigt weiter an:

Die Angst vor der Angst kann so selbst zu einem Auslöser für neue Panikattacken werden.

Der Schutzanfall

Wie Panikattacken aus systemischer Sicht vertanden werden

Aus systemischer Sicht ist eine Panikattacke das maximal deutliche Signal eines kompetenten Organismus, dass auf irgendeiner Ebene ein Bedürfnis nach Schutz und Sicherheit nicht erfüllt ist.

Wenn einem Organismus die benötigte innere oder äußere Sicherheit nicht verfügbar scheint, können unterschiedliche Prozesse ineinandergreifen:

  • Aufmerksamkeit richtet sich stärker nach innen
  • körperliche Signale werden intensiver wahrgenommen
  • der gesamte Organismus aktiviert sich (Kampf oder Flucht) 

Die dabei entstehende Dynamik kann sich innerhalb kurzer Zeit so verstärken, dass eine Panikattacke entsteht.

Meinen Klientinnen und Klienten biete ich hierzu gern den alternativen Begriff „Schutzanfall “ an – als eine andere Perspektive auf das Erleben. Denn bereits der Begriff „Panikattacke“ wirkt erfahrungsgemäß oft schon aktivierend und angstverstärkend.

Der Begriff Schutzanfall lenkt den Blick dagegen auf die hilfreiche Funktion hinter dem Geschehen:

  • Wer oder was braucht gerade sehr dringend Schutz und Sicherheit?
  • Was kann dazu beitragen, dass sich die benötigte Sicherheit wieder stärker erleben lässt?

👉 Mehr über das systemische Verständnis von Ängsten lesen Sie hier:
Ängste
systemisch verstehen



Brauche ich Hilfe?

Wann Unterstützung bei Panikattacken sinnvoll ist

Es kann hilfreich sein, sich psychotherapeutisch begleiten zu lassen, wenn:

  • Panikattacken wiederholt auftreten,
  • die Angst vor der nächsten Attacke zunehmend den Alltag bestimmt,
  • Rückzug und Vermeidung zunehmen oder
  • das Vertrauen in den eigenen Körper verloren geht.

👉 Mehr Orientierung dazu, wann es sinnvoll sein kann, sich bei Ängsten und Panikattacken Unterstützung zu holen, finden Sie hier: 
Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist



Lösungen (er)finden

Professionelle psychotherapeutische Begleitung

Als Systemische Therapeutin helfe ich Menschen, die unter Panikattacken und Ängsten leiden in meiner Praxis in Flensburg – wahlweise auch online.

👉 Eine ausführliche Beschreibung meiner Arbeitsweise als Systemische Therapeutin bei Ängsten finden Sie hier: 
Hilfe bei Ängsten und Panikattacken


Gern können Sie bei Fragen auch unverbindlich Kontakt mit mir aufnehmen.

👉 Schreiben Sie mir dazu gern eine kurze Nachricht. Ich melde mich schnellstmöglich bei Ihnen zurück: 
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