Über die Klopftherapie
Oder: Warum der gesunde Menschenverstand bei Angst nicht hilft.

„Wenn ich mir nur lang‘ genug sage, dass ich keine Angst zu haben brauche, dann müsste das doch irgendwann mal was bewirken, oder?“

Haben auch Sie schon mal versucht Ängsten und unangenehmen Emotionen mit dem Verstand beizukommen? Wahrscheinlich war das nur wenig erfolgreich. Denn, kognitive Einsichten aus der Großhirnrinde können wenig ausrichten, wenn unser Gefühlszentrum, das limbisches System, sehr stark aktiviert ist. Es läuft dann quasi auf Autopilot und verweigert anderen Gehirnarealen den Zugriff. Dieser Autopilot ist nur so lange praktisch, wie es um Leben und Tod – Kampf oder Flucht – geht. Häufig macht uns also die neurophysiologische Tatsache, dass man Ängsten tatsächlich nicht mit dem Verstand beikommen kann Schwierigkeiten. 

Was nun also tun bei Angst und anderen unangenehmen Emotionen, die vielleicht auch noch immer wieder kommen?
Da es über den Verstand nicht geht, ist es nur logisch einen Zugang über den Körper zu wählen. Und genau das bietet uns das Klopfen: einen Weg, um über den Körper auf das Gefühlszentrum einzuwirken. 

Beobachtungen haben gezeigt, dass das Beklopfen von Körperpunkten während belastende Emotionen erlebt oder erinnert werden, direkt auf das Gefühlszentrum wirkt. Es besteht daher auch für Sie eine gute Chance, dass durch Klopfen Ängste, Stress und anderes Unbehagen reduziert werden. 

Das passiert bei der Klopftherapie:​

1. Wir arbeiten das belastende Thema und das mit ihm verknüpfte Mindset heraus. 

2. Sie konzentrieren sich auf die zugehörige belastende Emotion und bestimmen auf einer Skala von 1-10 wie stark sie belastet. 

3. Es folgen Überkreuz-Übungen und die Imagination einer vollkommen ausgeglichenen Waage.

4. Selbstakzeptanzübung: „Auch wenn ich das Problem x habe, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin.“ 

5. Klopfen: Sie konzentrieren sich weiter intensiv auf das belastende Thema (oder sprechen es laut aus) und beklopfen währenddessen bestimmte Punkte. 

6. Kurze Entspannung: Dabei beklopfen Sie einen Punkt auf deinem Handrücken. Parallel dazu machen Sie bestimmte Augenbewegungen, summen, zählen und summen wieder.

7. Abschließend bestimmen wir erneut, ob bzw. wie stark Sie das eingangs bestimmte Thema noch belastet.



Als gute Anleitung zur emotionalen Selbsthilfe, kann ich übrigens sehr das kleine Büchlein „Bitte klopfen!“ von Michael Bohne (Carl Auer Verlag) empfehlen.

Wirksamkeit: 

In den vergangen Jahren konnte die Wirksamkeit der Klopftherapie als (ergänzende) psychotherapeutische Maßnahme wissenschaftlich belegt werden ( weitere Infos dazu ).

Gleichzeitig sind entmystifizierende Erklärungsansätze entstanden. Wie zum Beispiel, dass es sich beim Klopfen um eine geschickte Verstörung emotionaler Erregungsmuster durch eine gleichzeitige Stimulation körperlicher, emotionaler und gedanklicher Netzwerke handelt. 

Es darf also gesagt werden, dass das Klopfen wirkt und auch dass es schnell wirkt. Dabei ist es übrigens ganz egal wie lange das belastende Gefühl schon bei Ihnen wohnt.

Der Vollständigkeit halber sei ergänzt, dass es natürlich auch vorkommen kann, dass das Klopfen nichts ausrichtet. Das ist meiner therapeutischen Erfahrung nach aber eher selten der Fall. Vielmehr ist es so, dass auch diejenigen von der Klopftherapie profitieren, bei denen klassische psychotherapeutische Ansätze bisher nicht helfen konnten. 

Und nun? Probieren geht über studieren, oder? 😉

Sie wollen dem Klopfen eine Chance geben?

Wunderbar, dann greifen Sie doch zum Telefon und rufen Sie mich an!